Intelligente Messsysteme

Intelligente Messsyteme sind fernkommunizierbare Stromzähler, die die hohen Datenschutz- und Datensicherheitsanforderungen des Gesetzgebers aus dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende erfüllen. Ab ca. Mitte 2017 darf nur noch diese Art von Smart Metern in Deutschland verbaut werden. Für ältere Smart Meter gibt es eine Übergangsfrist – diese dürfen noch bis zu 8 Jahre ab Inbetriebnahme genutzt werden. Intelligente Messsysteme werden schrittweise für alle Kunden mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6000 kWh verpflichtend einzubauen sein. Für Einspeiser ist dies ab einer installierten Leistung ab 7 kW vorgesehen.

Intelligente Messsysteme

Intelligente Messsysteme bestehen aus einer modernen Messeinrichtung zur Erfassung der Messdaten und einem Gateway, der die Daten via Fernkommunikation sicher zu den Berechtigten sendet. So können die Daten je nach Kundenwunsch monatlich oder täglich an den Energieversorger versendet werden. Kunden, die über ein intelligentes Messsystem verfügen, wird durch den Stromlieferanten eine monatliche Rechnungsinformation zur Verfügung gestellt. So bleiben böse Überraschungen am Ende des Abrechnungsjahrs in Zukunft aus. Durch die Möglichkeit, ein lokales Display anzuschließen oder sich seine Verbrauchsdaten über eine App zu visualisieren, erfährt der Kunde eine noch höhere Transparenz über seinen Stromverbrauch und kann Effizienzmaßnahmen ergreifen.

Einspeiser können durch ein verbessertes Monitoring aufbauend auf den gemessenen Daten effizienter in ein Energiemanagementsystem integriert werden. Dies kann teuren Netzausbau vermeiden.

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Weitere Anwendungsmöglichkeiten

Über eine nachrüstbare Steuerbox können Verbraucher und Einspeiser gesteuert werden. Solche Verbraucher zahlen dann nur ein reduziertes Netzentgelt. Steuerbare Verbraucher sind in erster Linie Nachtspeicherheizungen, Wärmepumpen und eMobile. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden dazu aktuell noch erarbeitet. Auch eine Prepaymentlösung lässt sich auf intelligenten Messsystemen aufsetzen. Über die Steuerbox wird dann ein nachzurüstender Breaker gesteuert.

Unser Leistungsspektrum

EMTG bietet intelligente Messsysteme in unterschiedlichen Kommunikationsausführungen an. Gemeinsam mit den Herstellern entwickeln wir im Fachverband FNN die Spezifikationen für die Steuerbox und arbeiten an der Weiterentwicklung der Zähler und des Gateways.

Derzeit bieten wir intelligente Messsysteme/Gateways folgender Hersteller an: Theben, PPC, Landis und Gyr, EFR, Devolo, EMH, Dr. Neuhaus. Dieses Portfolio werden wir nach und nach erweitern.

Die Messsysteme sind ab der Generation 1 nach PTB zugelassen und nach Schutzprofil zertifiziert. In der finalen Ausprägung sind die Geräte dann auch nach technischer Richtlinie zertifiziert und damit interoperabel.

EMTG arbeitet dazu in verschiedenen Arbeitskreisen eng mit PTB und BSI zusammen.

Für die Fernkommunikation setzt E.ON auf eine Mischung aus Breitband PLC und Mobilfunk. Aber auch andere Kommunikationstechniken wie Glasfaser können verwendet werden.

Intelligente Messsysteme und die dazugehörigen IT-Systeme (Gateway Administrator) müssen nach BSI-Schutzprofil zertifiziert werden. E.ON wird die Gateway-Administrator-Systeme selbst aufbauen und betreiben. Die notwendigen Schritte für eine Zertifizierung nach TR 3109 sind bereits eingeleitet.

Weitere Entwicklungen wie die Einbindung der Steuerbox, Breaker und Prepayment werden derzeit in unseren Innovationslabors und in Feldtests erprobt. Intelligente Messsysteme bilden perspektivisch die Plattform für weitere Dienste: So kann z. B. der sichere Kanal für Security- und Smart-Health-Anwendungen genutzt werden.